Biblischer Rosenkranz

38 BetrachtungennachAdolf vonEssen Die beiden ersten Formen des Rosenkranzes Adolf von Essen (1350-1439) kannte das Neue Testament so gut, dass er beim Beten der fünfzig Ave vor seinem „inneren Auge“ das Leben Jesu lauschend vorüberziehen sah. Dabei ward er sich bewusst: Dies ist das menschliche Leben dessen, der seiner Gottheit nach allgegenwärtig ist und uns umfängt. Liebe macht hellhörig für den anderen; doch wie arm ist unsere Liebe vor Gott! Wie bleibt sie an der Oberfläche des Lebens Jesu! Gottes Gnade setzt die Natur voraus und überhöht sie. „Das Leben Jesu mit dem Herzen Mariens zu meditieren“ ist eine Gnade, die von der Oberfläche in die Tiefe, vom Bruchstückhaften zum Ganzen und von der Trägheit zum offenen Herzen führt. So entstand eine zweite Art, den Rosenkranz zu beten [Geheimnisse betrachtend]. Was nur eine Brücke sein sollte, öffnete dem gläubigen Volk den Weg zum Rosenkranz und stärkte in ihm das Verlangen nach der Heiligen Schrift. Hier folgt der wahrscheinlich älteste Text: Gegrüßet seist du, Maria! Der Herr ist mit dir! Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus Christus. Danach folgen 50 Meditationssätze zum Leben Jesu. (Diese können in 5 Gesätzchen eingeteilt werden. Gebetet auf gewöhnlichen Rosenkranz als Einfügung. Der Sprachgebrauch wurde dem heutigen angepasst.)

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